Paten

Sie haben von meinem Aufruf gehört, möchten nun selbst mitmachen und einen Blindenführhund auf seinem Weg ein Stück begleiten? Ich bitte Sie, falls Sie Interesse an einem Patenhund haben, nicht aus einer Laune heraus, sondern nur nach ernsthafter Überlegung, zu entscheiden, ob Sie mit mir und einem neuen Familienmitglied, eine schöne und wichtige Aufgabe erfüllen wollen.

Was ist ein Blindenführhund?
Ein Blindenführhund ist der ständige Wegbegleiter eines Blinden oder stark sehbehinderten Menschen. Er führt den Menschen durch den Straßenverkehr, hilft bei sämtlichen Wegen, ob zum Bäcker oder zur Arbeit.
Der Hund ist Seelsorger und oft ein Bindeglied zur "Außenwelt“, passt auf, daß sein "Herrchen“ nicht anstößt oder herunterfällt. Er wohnt mit dem Blinden zusammen, begleitet und leitet ihn überall hin, denn der Blindenführhund darf im Gegensatz zu allen anderen Hunden in jeden für die Öffentlichkeit zugänglichen Raum, also auch in die Metzgerei oder in das Krankenhaus.

Er sucht

  • Ampeln,
  • Eingänge/Ausgänge,
  • Bänke,
  • Treppen
  • und vieles mehr!
     

 

Was ist eine Patenfamilie?
Eine Patenfamilie ist eine Familie, die sich bereitterklärt hat, einen Welpen von ca. 8-10 Wochen bei sich aufzunehmen. Es ist völlig egal, wie groß oder klein eine Familie ist, wie alt oder jung, ob mit oder ohne eigene Tiere.


Die "Standard Patenfamilie“ gibt es nicht! Genauso wenig wie den "Standard Blinden“. Voraussetzung ist allerdings, dass ein Mitglied immer für den Hund da sein kann, d.h. der kleine Hund darf nicht stundenlang allein gelassen werden. Denn dieser kleine Rüpel ist total unerzogen und nicht stubenrein, er nagt alles an... und wird ihnen trotzdem eine Menge Spaß machen!

ER kann auch eine SIE sein und ist meist ein Retriever. Und damit Sie mit Ihrem neuen Hund besser zurecht kommen, veranstalte ich einmal die Woche eine Welpen- bzw. Junghundstunde, um Probleme zu besprechen, den Welpen artgerecht zu sozialisieren und durch immer wechselnde visuelle und akustische Reize auf sein Leben als Führhund vorzubereiten.

Auch wenn Sie schon einen Hund haben, werden Sie merken dass so ein Patenhund doch eine große Verantwortung bedeutet. Immerhin soll auch er später die anfangs gezeigten Aufgaben lösen können. Natürlich werde ich immer für Sie da sein. Es werden Ihnen durch den Patenhund keine Kosten entstehen. Futter- und Tierarztrechnungen werden komplett von der Führhundschule getragen. Der Hund ist außerdem über die Schule gegen Personen– und Sachschäden versichert. (Nicht gegen Schäden in Ihrer Wohnung! Während des ersten Jahres gelten Sie für die Versicherung als Besitzer. Also Aufpassen! )

Wenn dem Hund während seiner Patenschaft etwas zustößt, so haben Sie keine Schwierigkeiten(solange nicht grob fahrlässig gehandelt wurde) zu erwarten. Sollte der Hund sich beim Toben verletzen, Gift fressen oder Schlimmeres... trägt die Schule das Risiko. Die artgerechte Haltung eines Hundes beinhaltet leider auch Risiken. Für ein Laufen ohne Leine, z.B. an einer Fahrbahn, habe ich natürlich kein Verständnis.

 

Hier noch ein paar Regeln...
Das Kleine Ein mal Eins des Blindenführhundes

1*1) Er darf niemals etwas vom Tisch bekommen, auch wenn er noch sooo süß gucken kann!
2*1) Er darf niemals dick werden!
3*1) Er darf niemals auf das Sofa und auf das Bett, er kuschelt viel lieber auf dem Boden!
4*1) Er darf niemals beim "Raufen“ gewinnen !
5*1) Er muss so lange wie möglich über große Stufen.und Treppen und in den Kofferraum gehoben werden!
6*1) Er muss in seinem "Tobe Elan“ gebremst werden, denn er braucht  am Anfang viel Schlaf!
7*1) Er braucht seine Grenzen!
8*1) Er braucht SEINEN Platz, wo er ungestört sein.kann!
9*1) Er braucht Beschäftigung!
10*1) Zeigt ihm die Welt.

 

Wann wird der Hund in die Führhundschule zurückgegeben?
Der Hund wird frühestens mit einem Jahr, spätestens mit eineinhalb Jahren, nach eingehender Untersuchung durch den Tierarzt -nur ein gesunder Hund ist zugelassen- zurückgegeben. Durch die wöchentlichen Treffen bin ich meist in der Lage zu entscheiden, ob der Kleine, "Große“ sich vom Wesen für die Ausbildung eignet oder nicht.

Sollten Zweifel bestehen, werde ich mir den Hund ein bis zwei Wochen ein paar Stunden am Tag "ausleihen“, um ihn genauer kennen zu lernen - zu erleben. Hierbei sind Sie mir ein willkommener Gast, denn es ist Ihr Schützling, der Sie einfach besser kennt und sich sicherer zeigt, wenn Sie dabei sind. So haben Sie die Möglichkeit zu sehen, was den Hund erwartet, und die Chance sich alles genau erklären lassen. Ich möchte mit Ihnen arbeiten und nicht gegen Sie.

Sind dann alle Zweifel ausgeräumt, muss er oder sie kastriert werden. Hier würde ich mich freuen, wenn Sie für "Ihren“ Hund da sein könnten, denn der Besitzerwechsel und die anschließende Kastration bedeutet für den Hund eine vermeidbare Belastung. Diese Frage lässt sich aber auch von Fall zu Fall neu entscheiden, nicht jeder ist so einer Situation gewachsen.

Die Übergabe des Hundes gestalte ich mit jeder Familie, individuell. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Ich kann den Hund kurz und schmerzlos einfach abholen, bin aber auch bereit über einen gewissen Zeitraum den neuen Schüler morgens abzuholen und abends zum "Feierabend“ nach Hause zu bringen. Nach vollzogener Übergabe ist leider eine Besuchssperre. Hierbei denke ich hauptsächlich an den Hund, denn er braucht die Chance sich abzunabeln und somit neu binden zu können. Aber nach dieser Zeit können wir uns gerne mal wieder zu einem Spaziergang treffen.

Und wenn der Weg gegangen ist und es auch für mich Zeit wird Abschied zu nehmen, werde ich Sie, wenn Sie es wollen, mit dem neuen Besitzer bekannt machen. Dieses Treffen soll der harmonische Abschluss Ihrer gelungenen Patenschaft sein und Sie ermutigen vielleicht noch einmal mit mir diesen Weg zu gehen... .

 

Paten-Fragebogen
Bitte lesen Sie die nun folgenden Fragen genau durch, sie sollen Ihnen bei Ihrer Entscheidung behilflich sein, das Richtige zu tun.

  • Wenn Kinder im Haushalt wohnen, können Sie ihnen verständlich machen, dass der Hund kein Spielzeug ist?
  • Sind ALLE mit dem Patenhund einverstanden?
  • Haben Sie noch andere Tiere? Welche?
  • Wie wohnen Sie (Haus/ Wohnung/ in welchem Stockwerk)?
  • Sind ggf. die Eigentümer einverstanden? (Diese Frage muss geklärt sein!!)
  • Kann immer jemand bei dem Hund sein?
  • Sind Sie sich darüber im Klaren, dass ein Welpe viel Arbeit kostet (Stubenreinheit, Möbel annagen, Bellen, AUSLAUF, ...) ?
  • Schaffen Sie es, den Hund nach einem Jahr wieder abzugeben?
  • Wir werden uns einmal in der Woche mit allen Paten zusammen zur Welpenschule und Junghundeausbildung treffen. Haben Sie Zeit? Wann am Liebsten?

Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören.

 

  

Zum Schluss noch schöner ein Erfahrungsbericht von Lottas Patenfamilie - Vielen Dank Ihr wart super!:

 

ES WAR TOLL-

Nach anfänglichen kleineren Schwierigkeiten, (Nahrungsaufnahme und unfähigem Tierarzt) lief mit Lotta alles problemlos und schön. Es machte uns großen Spaß, Lotta überallhin mitnehmen zu können. Da Lotta ein fröhlicher und freundlicher Hund war, wurde sie immer begeistert von andern Menschen begrüßt und gestreichelt. Sie war mit uns im Theater, im Bus, in Einkaufszentren, auf Basaren, zu Schulaufführungen und mit Julia im Unterricht.

Lotta verhielt sich überall vorbildlich.
Wir stellten fest, wenn man einen so kleinen Hund langsam und geduldig an alle Begebenheiten oder Umstände heranführt, würde er immer offen und ohne Angst auf alles zu gehen. Es half uns auch in regelmäßigen Abständen zu Dir in die Welpenschule zu kommen. Du warst immer zu Späßen bereit, und hast uns jederzeit mit Rat zur Seite gestanden. Die Spaziergänge außerhalb der Welpenschule waren allerdings das Beste. Dabei konnten wir Dich schon mal über Lottas weitere Ausbildung und evtl. zukünftigen Besitzer ausfragen. Du hast Dir immer für uns Zeit genommen, vielen Dank. Wir beschäftigten uns natürlich auch mit der Frage, wie es sein wird, wenn Lotta uns verlassen muss. Da es aber für eine wirklich gute Sache war und wir Dir in der Auswahl Deiner zukünftigen Herrchen ganz vertrauten, fanden wir uns dann auch Ende Juni damit ab und ließen Lotta gehen.

Nun ein gutes halbes Jahr später hast Du es uns sogar ermöglicht Lottas neue Besitzerin kennen zu lernen. Wir hatten richtig vermutet, Du hast eine sehr nette junge Frau für Lotta gefunden. So sind wir glücklich, dass Lotta nicht nur ihre Aufgabe erfüllt, sondern das sie auch gut versorgt und geliebt wird. Wir freuen uns zu diesem Vorhaben einen Teil dazu bei- getragen zu haben.

Ich kann jeder Familie die tierlieb ist, die sich im Vorfällt mit dem Thema beschäftigt hat, die bereit ist auch mal zweimal in der Woche die Wohnung zu putzen und bei Wind und Wetter spazieren gehen möchte raten, solch ein Jahr zu übernehmen. Es ist ein schönes Erlebnis und eine Bereicherung.

Liebe Gerlinde ich hoffe Du wirst noch viele Hunde ausbilden und wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Liebe und Gute.

Deine Susanne.

 

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